Drei Jahre nach Fukushima und 28 Jahre nach Tschernobyl: Ist Radioaktivität der beste Beschützer der Natur vor den Menschen?

Kernkraftwerk Tschernobyl

   Kernkraftwerk Tschernobyl am 25.05.2013                     ©Sven Teschke

Anlässlich des dritten Jahrestages der Atomkatastrophe von Fukushima möchten wir neue Gedanken äußern und zur Diskussion stellen.

Seit Tschernobyl bin ich bezüglich einer Zukunft der Biosphäre nach dem Aushauchen der menschlichen Existenz, das wir ja so emsig betreiben, zuversichtlich. Die Natur wird überleben, sie wird weiterleben, alle Schäden, die wir ihr zufügten, ausheilen und sich wieder ins ökologische Gleichgewicht fügen.
Entgegen aller Vermutungen hat die Natur im radioaktiv verseuchten Sperrgebiet von Tschernobyl nicht nur überlebt, sie erblüht seit der Abwesenheit des "Monsters der Evolution", wie ich den Menschen nenne, in einer Weise, die kaum zu beschreiben ist.
Sicherlich: Tiere und Mitwelt hatten in den ersten Jahren nach dem Supergau ebenfalls sehr unter der Verstrahlung zu leiden. Es gab qualvolle Todesfälle, Fehl- und Missgeburten, furchtbare Mutationen, aber das legte sich bereits nach zwei Jahren beträchtlich in nicht für möglich gehaltener Weise.

Die Atomkatastrophe hatte einen segensreichen Effekt für Wildtiere und Natur, der die Unbilden der radioaktiven Verstrahlung in ungeahnter Weise wett machte. Die Monster verließen das Gebiet für immer und endlich war der Weg frei für diejenigen, die permanent verfolgt, unterdrückt, zurückgedrängt und in ihrer naturgewollten Entfaltung gehemmt wurden - die Tiere, Pflanzen und die Wildnis. Inzwischen gibt es dort wieder eine Urnatur mit enormer Artenvielfalt. Es haben sich sogar Tierarten dort wieder ausgebreitet, von denen man gar nicht wusste, dass sie in dem Gebiet vorkommen.

Und das Beste: Niemand will diese Tiere jagen und angeln, einfangen, mit ihnen handeln, sie schlachten, häuten oder verzehren, denn sie sind noch immer radioaktiv verstrahlt. Niemand will die Wälder roden, das Land umpflügen und landwirtschaftlich ausbeuten, Bergbau betreiben - und dies Jahrtausende lang nicht! Niemand will dort wohnen, Urlaub machen und in der Wildnis herumstampfen. Besser hätte es die Natur um Tschernobyl nicht treffen können. Eine Katastrophe der Monster entpuppte sich zum Segen für deren jahrhundertelange Opfer und Sklaven.

Wenn unsere Biosphäre überleben soll, ist es erforderlich, dass sich der Mensch weltweit zurück nimmt, dass er Tieren und Natur ein Eigenrecht auf unbeeinflusstes Leben und auf Entfaltung einräumt, indem er sich auf ein Minimum an Fläche zurück zieht. Aber die Menschen weigern sich - im Gegenteil werden immer mehr Naturgebiete unwiederbringlich zerstört, die humanoide Population nimmt weiter zu, breitet sich ungehemmt aus, die Ressourcen der Welt gehen immer rasanter zu Neige, als gäbe es kein Morgen mehr.

Auch wenn es manche befremden mag. Ich bin inzwischen ein Atomkraftbefürworter. Da der Mensch nicht dazu bereit ist, freiwillig die Erde mit den Abermillionen anderen Lebensformen und -individuen gerecht zu teilen, wünsche ich mir noch mehr Atomkatastrophen, möglichst in der Nähe der Gebiete, die noch Primärnatur aufweisen, damit er davon ablässt, diese auch noch zu zerstören. Mögen sie endlich durchrosten, die ungezählten Tonnen radioaktiver Abfälle, die die Menschen in den Weltmeeren versenkten, damit die Ausbeutung derselben - wegen Verseuchung ihrer Lebewesen - endlich eingestellt wird.

Weder erschreckt es die Menschen, noch beschämt es sie, dass offensichtlich nichts schädlicher für Tiere und Mitwelt zu sein scheint, als ihre eigene Präsenz und damit einhergehende destruktive Aktivität. Ich wünsche mir, dass alle Atomkraftwerke explodieren - nur das kann die Mitwelt vor unserer Ausbeutung und Unterdrückung langfristig bewahren, auch wenn es zunächst auch bei den Nichtmenschen Opfer geben wird. Sie werden nicht beklagenswerter sein, als jene, die gefordert werden, wenn der Mensch sein Zerstörungswerk und seine sadistische Hemmungslosigkeit fortsetzt.

Prof. Grzimek bezeichnete einst die Tsetsefliege als die effektivste Naturschützerin Afrikas. Dort wo sie in Massen vorkam, drangen die Menschen nicht in die Naturgebiete vor. Heute sprühen sie DDT aus Flugzeugen, vergiften alles, um sodann einzumarschieren und auszubeuten. Was damals die Tsetsefliege leistete, das kann heute nur noch die Radioaktivität, nämlich die Monster fern halten oder zur Flucht verleiten, damit Tiere und Natur leben und sich entfalten können, wie es ihr Recht ist und schon immer war.

In diesem Sinne

(Um Missverständnisse zu vermeiden: Hier handelt es sich um eine Persiflage)

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