Kommentar zum Dioxin-Skandal in tierischen Lebensmitteln

Dioxin im Futter, Antibiotika in der Mast, Tierseuchen, Gammelfleischskandale – bitte mehr davon, …
denn diese Skandale sind mächtiger als alle Aktivitäten und Aktionen aller Tier- und Verbraucherschützer zusammen.

Die Fleisch-, Eier- und Milchindustrie schafft sich mit diesen Methoden selbst ab – für uns Tierschützer und Vegetarier ein Grund zu feiern!
Das Jahr 2010 war ein erfolgreiches Jahr für die Etablierung des Vegetarismus – und ich hoffe, es wird 2011 so weiter gehen! Skandale wir dieser sind wahre Turbobooster in diese Richtung.

Und so sollten wir es auch gegenüber Öffentlichkeit, Medien und Politik artikulieren. Sind wir doch mal schlau und pfiffig: Gratulationsschreiben an die Fleischindustrie anstatt Proteste an die verantwortliche Politik sind hier m. E. angebracht. Wir wären dumm, wenn wir unsere knappen Ressourcen dafür vergeuden würden, gegen jeden einzelnen „Missstand“ in der industriellen Landwirtschaft und insbesondere der „Tierproduktion“ anzukämpfen, um letztlich damit eine „geschönte“ Form von Massentierhaltung zu erreichen, die doch nur dem Verbraucher den Tierkonsum erleichtert, ihm ein „gutes Gewissen macht“ und ihn eben NICHT zum Vegetarier werden lässt.

Zu versuchen, einen strukturellen Missstand, wie die Massentierhaltung ihn nun einmal darstellt, in kleinen Schritten und symptomorientiert, „etwas humaner“, „etwas ethischer“ zu machen, ist pure Zeitverschwendung und konterkariert das, wofür wir uns doch wirklich stark machen wollen – das Ende der Ausbeutung von Tieren und Mitwelt!

Das habe ich schon bei BSE so vertreten und die Massenkeulungen – sie sind für mich nur dann ein Problem, wenn die Tiere nicht tierschutzgerecht dabei getötet werden. Ihr Tod durch menschliche Willkür ist eh beschlossene Sache – lieber sollen sie deshalb im Zuge der „Bekämpfung einer Seuche oder Futtermittelvergiftung“ sterben und für viel Geld entsorgt werden, als im Magen eines Menschen landen, denn Ersteres schadet der Fleischindustrie, dem Steuersäckel und dem Image des Tierkonsums an sich, Zweiteres führt dazu, dass am Fleischkonsum festgehalten wird.
Sind wir Tierschützer etwa für die Volksgesundheit zuständig? Ist in unserem „freiheitlichen“ Land nicht jeder selbst dafür verantwortlich, was er sich unter der Nase reinsteckt? Wollen wir, dass Fleisch NICHT schädlich und giftig ist? Wirklich?

Also was mich betrifft, so wünsche ich mir, dass der Fleischkonsum bei jenen, die trotz breiter Informiertheit ignoranter Weise immer noch Tiere essen, weil ihnen das Recht derselben egal ist, dass es zu massiven Krankheiten und auch Todesfällen unter den Fleischkonsumenten kommt – wer nicht hören will, der muss eben fühlen. Wenn schon Mitgefühl für und Achtung vor Tieren „zuviel verlangt“ ist, dann halt Angst vor Krankheit, Vergiftung und Tod – mächtige weil egoistische Gefühle.

Alles, was die Tierausbeutung tiergerechter macht, wirkt sich lebensverlängernd für sie aus. Das können wir nicht wollen.

Klar ist: Jede Form von Landwirtschaft, auch der Anbau von Nutzpflanzen, richtet Angst, Schrecken und Vernichtung über unsere Mitlebewesen, denn sie ist nur möglich, indem die verzweifelten Comeback-Versuche der Natur durch feindselige Aktionen mechanischer und chemischer Art durch die Landwirtschaft permanent unterminiert werden. (Ich lebe in einer Agrargegend – ich beobachte die Vergewaltigung des Landes und Bekämpfung der Natur durch die Landwirte das ganze Jahr über).

Auch Pflanzenkonsum fordert unzählige Opfer – wir brauchen eine grundlegende alternative Nahrungsmittelproduktion – die Bioreaktor und –fermentertechnologie. Nur so ist Friede und Wiedergutmachung an Tieren und Mitwelt langfristig möglich.

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