Dschungelcamp

Dschungelcamp und Tierrechte

Brief an Herrn Dirk Bach

Sehr geehrter Herr Bach,

uns wurde diese E- Mailadresse als die Ihre mitgeteilt, wir hoffen, dass Sie diese unsere Mail erreichen wird und dass Sie sie ernst nehmen und dazu resonieren werden.

Wir wissen um Ihr Engagement für Tierschutz und Tierechte, wie Sie es unter dem Dach von PeTA- Deutschland entfalten. Zum Beispiel kennen wir das PeTA-Video über Massentierhaltung und speziell über das Elend der Legehennen, das Sie über die ganze Sendung hinweg sehr eindringlich und überzeugend kommentieren.
Es ist immer wieder erfreulich, wenn sich bekannte Persönlichkeiten an die Bevölkerung wenden und sich für wichtige Anliegen des Tierschutzes öffentlich stark machen. Allerdings sind wir im Gegensatz zu PeTA nicht so sehr davon überzeugt, dass die Hauptsache der tierschützerischen Öffentlichkeitsarbeit darin besteht, in jedem Falle Promis für die Anliegen des Tierschutzes zu gewinnen.
Nicht immer sind Menschen, die gemeinhin als prominent gelten, zu den Stars, Entertainern und Comedian gehören, alleine wegen dieser Eigenschaft bzw. Zugehörigkeit auch automatisch dazu geschaffen, die Belange der Tiere zu vertreten und in geeigneter Form zu transportieren, doch dies ist lediglich unsere Ansicht, denn wir schätzen die Arbeit von PeTA gesamtheitlich betrachtet durchaus.

Was wir aber gar nicht verstehen ist, dass Sie gleichzeitig eine Soap- Sendung moderieren, die bezüglich Niveaulosigkeit, Abscheulichkeit und Lebensverächtlichkeit kaum noch zu überbieten ist – wir meinen das Dschungelcamp. Es handelt sich hierbei ganz eindeutig um „Unterschichtenfernsehen“ der perversen Art, das niederste Charakterzüge des Bürgers anspricht und leider deshalb (!) einen offensichtlich hohen Beliebtheitsgrad aufweist und gute Einschaltquoten erzeugt.

Es muß Ihnen, lieber Herr Bach, doch klar sein, dass Sie mit dieser Sendung das diametral entgegengesetzte Klientel im Vergleich zu jenem ansprechen, das Sie mit Ihrem PeTA- Video zu erreichen versuchen. Schlimmer noch muss Ihnen klar sein, dass Sie durch Ihre Beteiligung an einer solchen Sendung, in der Tiere bei lebendigem Leibe von „Menschen“ zur Belustigung des Fernsehpublikums gefressen und somit zwangsläufig gequält werden, zur weiter fortschreitenden Etablierung der Ignoranz und Lebensverachtung gegenüber nichtmenschlichen Lebewesen in unserer ohnehin dekadenten Gesellschaft ganz erheblich beitragen.
Wir finden, dass Sie sich entscheiden sollten, ob Sie nun für einen ethischen Umgang mit Tieren eintreten wollen oder für die Verachtung und Demütigung der Tiere, z.B. auch dann, wenn Augen von maritimen Lebewesen „serviert“ werden.

Wir hoffen sehr, dass Sie keine speziesistischen Argumente zur Rechtfertigung Ihres Tuns anführen wollen, indem Sie sich auf den Standpunkt stellen, dass beispielsweise Insekten einen geringeren Wert und Schutzstatus verdienen als Wirbeltiere oder Warmblüter, denn dies würde uns sehr enttäuschen.

Gerade wir haben schon Anfang der 90er Jahre mit Vehemenz darauf öffentlich und innerhalb der Tierschutzbewegung aufmerksam gemacht, dass speziesistische Kategorien im Hinblick auf die „Bewertung“ von Lebewesen bezüglich ihrer Schmerz- und Leidensfähigkeit und der daraus resultierenden Schutzwürdigkeit willkürlich, unwissenschaftlich und anthropozentrisch motiviert sind, da sie letztlich und einzig den Menschen als Maßstab sehen, mit dem alles andere Leben zu bemessen sei.

Lieber Herr Bach, bitte nehmen Sie sich zur eingehenden Erhellung dessen, was wir vertreten, die Zeit, unsere Website zu besuchen und sich unsere Texte hierzu zu Gemüte zu führen. Im Anhang übermitteln wir Ihnen den zum angesprochenen Thema ergibigsten Text in PDF- Format mit der eindringlichen Bitte an Sie, ihn in aller Ruhe einmal zu lesen.
„Armer Wurm – über die Schmerz- und Leidensfähigkeit der Tiere und ihre Anerkennung durch den Menschen.“
Armer Wurm im PDF Format

Drucken Sie ihn sich am besten aus, nehmen Sie ihn mit in Ihre Freizeit und lesen Sie ihn entspannt, er wird Ihnen sicherlich viel Neues bieten und Ihren Horizont bezüglich Tierschutz und Tierethik weiten.

Gespannt sehen wir Ihrer Stellungnahme entgegen und hoffen, dass sich daraus ein fruchtbarer Dialog ergeben wird, an dem vielleicht auch andere teilhaben werden.

Indem wir Ihnen für Ihre Aufgeschlossenheit und Ihre Unvoreingenommenheit schon jetzt danken, verbleiben wir in tierschützerischer Verbundenheit

Ihre

AKT-
AKTION KONSEQUENTER TIERSCHUTZ
gemeinnützige Gesellschaft mbH
Peter H. Arras

Zusätzliche Informationen